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AIDS-Hilfe
Frankfurt e.V.
AG36: Schwules Zentrum Frankfurt
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60313 Frankfurt a. M.

Tel. (069) 29 59 59
Fax (069) 28 44 01
Mail: info@ag36.de

Die Streetworkarbeit in Frankfurt

Mitte der 90er entwickeln Mitarbeiter der AIDS-Hilfe das erste Konzept für eine Vor-Ort-Arbeit für die schwule Szene und für schwule Männer. 1997 ziehen erstmals junge Schwule als „Gummi-Boys“ durch die Kneipen, um Cruisingpacks zu verteilen. 1998 werden zwei halbe Stellen für die Präventionsarbeit eingerichtet. Die Mitarbeiter bauen ein ehrenamtliches Team auf und ent-wickeln die ersten Aktionen für Partys und für den CSD. Sie ziehen im einheitlichen Outfit unter dem Namen Love Rebels los und beginnen, ohne moralischen Zeigefinger, sondern mit phantasievollen, teils provokanten Aktionen als „Außendienstmitarbeiter“ der AIDS-Hilfe auf sich aufmerksam zu machen.

Anfang 1999 übernimmt Stefan Kraushaar komplett die hauptamtliche Leitung. Er etabliert Aktionen wie die Saisoneröffnung auf dem Cruisingparkplatz A5-Langen als feste Highlights der Arbeit. Die Inhalte entwickeln sich schnell vom Kondomverteilen hin zu einer vielfältigen Aufklärung. Neben HIV sind andere Geschlechtskrankheiten und Themen des schwulen (Zusammen-)lebens Bestandteile der Botschaften geworden.
2000 finden die ersten cum! - the underwearpartys der AIDS-Hilfe (tatsächlich mit einer Kontrolle des Ordnungsamtes) statt. Die Love Rebels schaffen damit einen eigenen Raum, in dem Besucher sich unter den Regeln des Safer Sex vergnügen können. Bis heute werden diese Partys - inzwischen privat - erfolgreich weiter organisiert.

Aus den Reihen der Love Rebels gründet sich 2001 ein zweites, rein ehrenamtlich arbeitendes Safer-Sex-Team, das heartCorps. Ergänzend zur Vor-Ort-Arbeit der Love Rebels, legt das heartCorps seinen Schwerpunkt auf die Ausarbeitung von Kampagnen (z.B. „Richtig ficken!“ mit den Regeln des Safer Sex), auf die Organisation eigener Partys und auf Aktionen bei großen Festen. Inhaltliche Themen sollen stärker im Vordergrund stehen und Give-aways lediglich zu deren Unterstützung dienen. Das Team will sich damit dem Trend entgegenstellen, in der Szene nur als kostenloser Kondomautomat wahrgenommen zu werden.

Durch den Wechsel des hauptamtlichen Mitarbeiters kommt es 2002 mit Markus Johannes zur Zusammenführung der beiden Teams und deren Arbeitsschwerpunkten unter dem Namen heartCorps und dem Logo der Love Rebels. 2003 gibt es einige Veränderungen bei den ehrenamtlichen Mitarbeitern und die Vernetzung mit den Präventionsprojekten aus den deutschen Großstädten (SP5) wird intensiviert. So verständigen sich die Einrichtungen erstmals auf ein gemeinsames Thema zum CSD und ihre ehrenamtlichen Teams starten zu einem nun jährlich stattfindenden Erfahrungsaustausch und Workshoptreffen nach Hamburg.

2004 ist geprägt von Kürzungen. Die Streetwork kann aber dank der vielen neuen Ehrenamtler und einer großen Geldzuwendung durch die Levi-Strauss-Foundation weiter ausgebaut werden. Nachdem es in den Jahren zuvor etwas ruhiger um das Safer-Sex-Team geworden war, wird es nun durch regelmäßige Aktionen, neue Gesichter und neue Themen wieder bekannter. Dabei erhält das heartCorps reichlich Unterstützung von seinem Maskottchen: der „Pimmelsheriff“ mischt die Präventionsarbeit auf. Aktionen wie „Pimmelkneten mit dem Pimmelsheriff“ oder „Der heiße Ritt mit dem Pimmelsheriff“ auf einer Rodeomaschine zum Thema „Bareback“ sorgen für große Aufmerksamkeit und Unterhaltung bei Straßenfesten und dem CSD. 

Das Jahr 2005 kann man getrost ein Jahr der Rekorde nennen: Bei 42 Aktionen werden fast 10.000 hauseigene Flyer, 11.000 Give-aways wie Gummibärchen etc., knapp 4.000 Kondome und Gleitmittel verteilt und 66 Welt-AIDS-Tags-Bärchen verkauft - wesentlich mehr als in den Jahren zuvor. Mit der Anschaffung neuer Kostüme und einer Vielzahl neuer Themen steigert die Szene-Vor-Ort-Arbeit weiter ihre Attraktivität. Die Flyer „Leck mich!, „Lutsch mich!“, „Drück mich!“, „Stoß mich!“ zu den einzelnen Sexpraktiken werden zu absoluten Dauerrennern. Unter der Rubrik „Sextipps“ werden die Inhalte online zugänglich gemacht, mit einer monatlich erscheinenden AIDS-Hilfe-Seite in der „GAB - Das Gaymagazin“ bekommt auch die Streetwork ein zusätzliches Kommunikationsmittel für ihre Themen.

Die Touren des heartCorps, die Straßenfeste und der CSD stehen 2006 ganz unter der Kampagne „Wissen nützt!“. Mit zehn Flyern, einem Plakat, Artikeln und verschiedenen Aktionen klärt das Team, erstmals in deutsch und englisch, über sexuell übertragbare Infektionen auf. Für 2007 ist der Themenschwerpunkt „Partydrogen“ geplant. Man kann also weiterhin auf viele informative Materialien und originelle Aktionen gespannt sein: 10 Jahre Streetwork und noch lange kein Ende in Sicht...

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