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AIDS-Hilfe
Frankfurt e.V.
AG36: Schwules Zentrum Frankfurt
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60313 Frankfurt a. M.

Tel. (069) 29 59 59
Fax (069) 28 44 01
Mail: info@ag36.de

A - wie AIDS

Das Acquired ImmunoDeficiency Syndrome (erworbenes Immun- Schwäche-Syndrom) ist die Folge einer Infektion mit dem Human Immunodeficiency Virus (HIV), das eine schrittweise Zerstörung des Immunsystems bewirkt.

Der Verlauf einer HIV-Infektion wird in neun Stadien unterteilt. Die Einstufung ergibt sich aus der Zahl der T-Helfer-Zellen im Blut einerseits, und der tatsächlichen Symptomatik andererseits.

In der akuten Phase, 2-6 Wochen nach einer Infektion, treten häufig grippeähnliche Symptome wie Fieber, Nachtschweiß, geschwollene Lymphknoten, Übelkeit usw. auf, die wieder abklingen. In der folgenden Latenzphase vermehrt sich das Virus im Körper. Der Betroffene bemerkt davon nichts. Diese Phase kann über viele Jahre anhalten. Bei einer hohen Virus-beladung und/oder einer T-Helfer-Zellen-Zahl unter ca. 350 ist über den Beginn einer HIV-Therapie nachzudenken.

Ist das letzte Stadium einer HIV-Infektion erreicht, spricht man vom Vollbild AIDS (C3). Die Diagnose "AIDS" wird gestellt, wenn die T-Helfer-Zellen-Zahl unter 200 liegt und mindestens eine AIDS-definierende Erkrankung festgestellt wird. Die Erreger dieser Erkrankungen sind für ein gesundes Immunsystem ungefährlich, das geschwächte eines HIV-Positiven kann sich jedoch nicht mehr gegen sie durchsetzen.

Virushemmende Medikamente verlängern oft deutlich die symptomfreie Zeit oder lindern Symptome. Sie bewirken, dass die Zahl der Helferzellen zu- und die Viruslast im Blut abnimmt. Bei der antiretroviralen Therapie werden verschiedene HIV-Medikamente miteinander kombiniert, um so die Wirkung der Behandlung zu erhöhen und das größte Problem, die Resistenzbildung, möglichst zu verhindern.

ABER: AIDS ist nicht heilbar. Für sexuell aktive Menschen ist es deshalb lebenswichtig zu wissen, wie AIDS übertragen wird: Wenn mit HIV infiziertes Sperma, Scheidenflüssigkeit oder Blut direkt in die Blutbahn eines andern gelangt, besteht ein hohes Übertragungsrisiko, also v.a. durch ungeschützten analen bzw. vaginalen Geschlechtsverkehr oder durch Spritzentausch.

Ficken ohne Gummi ist besonders riskant, weil die Haut in After, Scheide und an der Eichel sehr fein ist und das Gewebe sehr stark durchblutet wird. Beim Ficken entstehen kleinste Verletzungen, die für eine HIV-Übertragung ausreichen.

Deshalb gilt nach wie vor:

  • Beim Ficken immer Kondome benutzen.
  • Nicht in den Mund abspritzen.
  • Während der Menstruation kein Lecken ohne Schutz.

Eine HIV-Infektion kann bedeuten:

  • Jahrelange Medikamenteneinnahme mit möglichen Nebenwirkungen wie Durchfall, Potenzproblemen, Depressionen, Fettumverteilung, Schlafstörungen etc.
  • Einschränkung der Lebensqualität u.a. durch erhöhte Krankheitsanfälligkeit, regelmäßige Arztbesuche, hohe persönliche Kosten (z.B. durch Zuzahlungen)
  • Probleme am Arbeitsplatz, Diskriminierung, Arbeitsunfähigkeit
  • Partnerschaftsprobleme, Vereinsamung
  • Eine Infektion mit resistenten Virenstämmen
  • Ein Leben mit der Angst vor dem  Ausbruch von AIDS

Bei zwei HIV-positiven Partnern können mögliche Zweit- bzw. Neuinfektionen den Ausbruch von AIDS beschleunigen, weil bereits resistente Virusstämme auch unter HIV-Positiven übertragen werden können. 

Es ist aber völlig unnötig im Alltag oder beim Sex HIV-positive Menschen zu meiden, denn Umarmen, Händeschütteln oder Küssen ist genauso ungefährlich wie das Teilen von Geschirr und Wäsche. Eine Übertragung von HIV durch Speichel, Tränen, Urin oder Kot wurde noch nie nachgewiesen. Sperma auf unverletzter Haut ist risikolos.

Spricht man vom "HIV-Test" oder "AIDS-Test", so ist fast immer der Test auf HIV-spezifische Antikörper gemeint. Diese sind bei praktisch 100% der Infizierten nachweisbar. Somit wird die  Diagnose einer HIV-Infektion in der Regel indirekt gestellt. Der direkte Virusnachweis ist möglich, wird aber wegen der hohen Kosten und größerer Ungenauigkeiten nur selten angewendet.

Ein Problem des HIV-(Antikörper-)Tests ist die so genannte "diagnostische Lücke". Das ist die Zeit, die der Körper benötigt, um nach einer Infektion nachweisbare Antikörper zu erzeugen. Die derzeit verwendeten Tests können eine HIV-Infektion sechs Wochen nach der Infektion zu etwa 80% und ab der 12. Woche zu annähernd 100% erkennen; nur in sehr seltenen Fällen ist sie erst später nachweisbar.

Das Wissen um eine HIV-Infektion ist Voraussetzung, um die neuesten Therapiemöglichkeiten optimal nutzen zu können. Deshalb ist es von Vorteil, sich gerade nach einer Risikosituation beraten und auf HIV testen zu lassen. Ein rechtzeitiger Therapiebeginn kann das Leben entscheidend verlängern.

Testen kann jeder Haus- oder Facharzt. Anonyme Testungen werden nur von den Gesundheitsämtern durchgeführt.

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