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C - wie Chlamydien

Nach Schätzungen infizieren sich weltweit jährlich 92 Millionen Menschen mit Chlamydien, davon 5 Millionen in Europa. Die Bakterie, ein Schleimhautparasit, tritt nur beim Menschen und häufig in der Altersgruppe der 20 bis 35-jährigen auf.

Bei Schleimhautkontakten wie beim Küssen, Blasen oder ungeschütztem Vaginal- bzw. Analverkehr kann es zur Infektion kommen. Ebenso ist eine Übertragung durch eine Schmierinfektion möglich. Körpersekrete wie Sperma, Stuhl oder Urin werden z.B. über Sexspielzeug bzw. beim (gegenseitigen) Wichsen über die Hände weitergegeben. Die Inkubationszeit beträgt 1-2 Wochen. Nachweisen kann man Chlamydien im Blut, Urin oder durch einen Abstrich.

Die Therapie erfolgt medikamentös mit Antibiotika und erstreckt sich über eine Dauer von 7-10 Tagen. Bei auftretenden Komplikationen ist die Wahl einer intravenösen Therapie ratsam. Sexpartner sollten auf jeden Fall mitbehandelt werden.

Eine Infektion mit Chlamydien kann je nach Untergruppe zu unterschiedlichen Erkrankungen führen. Zu nennen wäre beispielsweise die Augenkrankheit Trachom, die durch eine Binde- und Hornhautentzündung gekennzeichnet ist.

Bei der Lymphknotenerkrankung „LGV“ wird das Gewebe am Hintern befallen und eine Infektion mit chronischem Verlauf kann die Folge sein. LGV ist in Afrika, Asien und der Karibik weit verbreitet, doch auch innerhalb der europäischen Schwulenszene häufen sich aktuell die Fälle. 

Die unspezifische Harnröhrenentzündung ist eine der häufigsten durch Chlamydien bedingten Infektionen. Symptome, die denen des Trippers ähnlich sind, können - müssen aber nicht -  auftreten. Bei Männern bedeutet dies häufig Probleme beim Urinieren sowie eine Entzündung der Harnröhre mit morgendlichem Ausfluss von weißer Flüssigkeit. Halsschmerzen treten bei oraler, Ausfluss am Hintern bei analer Übertragung auf. Werden die Beschwerden nicht behandelt, folgt eine Entzündung des Samenleiters, der Prostata, des Nebenhodens und der Gelenke.

Bei Frauen führt eine Infektion meist zur Entzündung der Harnröhre oder der Gebärmutter. Verklebt in Folge dessen die Eileiterschleimhaut, kann dies zur Unfruchtbarkeit führen.   

Kondome beim Ficken und Handschuhe beim Fisten verringern die Gefahr einer Ansteckung. Eine Chlamydieninfektionen begünstigt wahrscheinlich die Übertragung von HIV.

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