Herpes simplex ist eine Viruserkrankung die nur beim Menschen auftritt. Ein Großteil aller Deutschen trägt diesen Virus in sich. Man unterscheidet den Herpes simplex in zwei Arten. Der Typ HSV-1, mit dem schätzungsweise 85% der Bevölkerung weltweit infiziert sind, wird meistens bis zum 5. Lebensjahr durch eine Schmier- oder Tröpfcheninfektion übertragen. Er ist zum Beispiel für den ärgerlichen Lippenherpes verantwortlich.
Der Typ HSV-2, den etwa 25% der Menschen in sich tragen, kann zu Windpocken, Gürtelrose, Pfeiffersches Drüsenfieber, Drei-Tage-Fieber, Erkrankungen des Gehirns und der Speicheldrüsen führen oder den Genitalbereich befallen. Da Herpes sehr leicht übertragen werden kann, ist ein Schutz kaum möglich. Kondome können das Infektionsrisiko etwas verringern.
Die körpereigene Abwehr ist in der Regel stark genug, um beide Arten zu unterdrücken. UV-Strahlung, Stress oder schwere Krankheiten wie HIV können zur plötzlichen Aktivierung des Virus beitragen. Bislang ist keine ursächliche Therapie möglich. Je nach der Stärke des Verlaufs können virushemmende Salben oder Tabletten verschrieben werden.
Die ansteckende Viruskrankheit Genitalherpes, die vom Typ HSV-2 ausgelöst wird, tritt im Bereich der Geschlechtsorgane auf und zählt zu den sexuell übertragbaren Infektionen. Die Erstansteckung findet durch Schleimhautkontakt, meist am Schwanz oder am Hintern statt. Der Herpes-Virus kann auch über Speichel und Sperma übertragen werden.
Die Symptome sind einige Tage nach der Erstinfektion heftig, bei späteren Ausbrüchen abgeschwächt. Sie äußern sich durch Jucken und Kribbeln an den infizierten Körperstellen und durch schmerzhafte Bläschen am Mund, Schwanz oder Hintern. Diese können aufplatzen und sich zu Geschwüren entwickeln. Die Herpesbläschen sind zudem Eintrittspforten für andere Infektionskrankheiten. Bei HIV-Infizierten sind die Bläschen oft über größere Bereiche ausgebreitet.
Des Weiteren können Schwellungen der Lymphknoten sowie allgemeine Krankheitsanzeichen wie Kopf- und Gliederschmerzen oder leichtes Fieber auftreten. Der direkte Kontakt mit sichtbaren Bläschen und Geschwüren sollte wegen der erhöhten Ansteckungsgefahr vermieden werden.