Seit 1999 nimmt die Zahl der gemeldeten Syphilisinfektionen in Deutschland stetig zu. Bei 60% der Infizierten ist der Ansteckungsweg Sex zwischen Männern. 66% dieser Infektionen erfolgen durch Blasen oder Rimming (Arschlecken). Die Übertragung von Syphilisbakterien findet über winzige Haut- und Schleimhautrisse beim Sex statt, am häufigsten an Schwanz, Hoden, Arsch und Mund. Sie ist aber an jeder Körperstelle möglich. Schon das Küssen kann ausreichen, um sich mit der Syphilis zu infizieren.
Die Symptome sind gerade in der ersten Zeit nach einer Infektion oft schmerzfrei und nicht leicht zu erkennen. Viele tragen deshalb über Jahre die Erreger mit sich herum und eventuell weiter. Eine Behandlung ist deswegen so früh wie möglich ratsam, aber in jedem Stadium möglich. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind daher gerade bei Leuten mit wechselnden Sexualpartnern dringend empfohlen.
Der Nachweis erfolgt durch eine Blutuntersuchung, die Behandlung mit Antibiotika. Testungen führt jeder Haus-/ Fach-arzt durch, anonym kann man sich zudem in den meisten Gesundheitsämtern testen lassen.
Etwa 2-3 Wochen nach einer Infektion kommt es an der Eintrittsstelle zu einem kleinen, rundlichen, rötlichen Fleck, der sich zu einem schmerzlosen Geschwür verhärtet. Zu dieser Zeit ist die Ansteckungsgefahr für andere sehr hoch.
Nach 2-6 Monaten treten Lymphknotenschwellungen, allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Hautausschläge, Warzen und Geschwüre auf. Letztere sind besonders infektiös (Schmierinfektion).
Wird die Syphilis nicht durch eine Behandlung geheilt, treten nach 3–5 Jahren Hautgeschwüre, Schleimhautschwellungen und Schäden an Blutgefäßen und inneren Organen auf. Es kann zu einem Befall des zentralen Nervensystems kommen. Eine unbehandelte Syphilis erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung des HI-Virus. Bei HIV-Positiven kann die Krankheit einen atypischen und schnelleren Verlauf nehmen.
Vorbeugend schränkt das Kondom beim Ficken und Handschuhe bei Sexualpraktiken, bei denen es zu Verletzungen kommen kann (z.B.: Fisten) das Übertragungsrisiko etwas ein, jedoch gibt es keinen kompletten Schutz gegen eine Infektion. Eine Impfung ist auch nicht möglich.