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AIDS-Hilfe
Frankfurt e.V.
AG36: Schwules Zentrum Frankfurt
Alte Gasse 36
60313 Frankfurt a. M.

Tel. (069) 29 59 59
Fax (069) 28 44 01
Mail: info@ag36.de

Outdoorcruising

„Im Wald da sind die Räuber“ haben wir als Kinder gelernt. Hätten wir damals schon gewusst, was diese finsteren Gesellen im Dickicht tatsächlich so alles treiben, hätte uns Mutter sicher eher neugierig als ängstlich gemacht.

Gerade in der warmen Jahreszeit zieht es viele von uns ins Freie. Ob heißer Sonnentag oder laue Sommernacht, ob dunkler Park, Baggersee oder Autobahnparkplatz, bei der Suche nach Abenteuer sind Schwule vielerorts anzutreffen - zielstrebig oder nur mal kurz auf dem Nachhauseweg.

Die schnelle Begegnung, die schummrige Atmosphäre, ein kurzer Blick, ein wortloses Einverständnis und schon kann es losgehen. Nach wie vor bietet beim Ficken das Kondom den einzigen sicheren Schutz vor einer HIV-Infektion. Auch das Risiko, sich mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie Syphilis oder Tripper zu infizieren, sinkt damit erheblich. Wichtig ist ein fettfreies Gleitmittel, weil Fett Gummi porös macht. Beim Blasen gilt: Raus bevor`s kommt.

Und um noch eine alte Floskel von Mutti zu gebrauchen: Müll gehört nicht in die Natur, sondern in den Abfalleimer! Außerdem sollte man nicht jede Bepflanzung zertrampeln.

Du befindest Dich beim Cruisen an einem öffentlichen Ort. Nur weil Du etwas Rücksicht auf arglose Passanten nimmst, kommst Du nicht weniger cool rüber. Also lass den Schwanz so lange in der Hose, bis Du Dich in einem nicht so leicht einsehbaren Bereich aufhältst. Die „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ ist eine Straftat und im Zweifel nicht billig.

Du kannst beim Cruisen leider auch auf unwillkommene Cruiser stoßen. Mit Gewalt gegen Schwule haben einige schon leidvolle Erfahrungen gemacht. Hier ein paar Tipps:

  • Schau Dir das Gelände und die Leute aufmerksam an.
  • Tritt selbstbewusst auf und lass Dich nicht einschüchtern.
  • Überrasche Angreifer durch Schreien und einen Tritt in die Eier. Nutze die Schrecksekunde zur Flucht.
  • Warne andere Schwule, wenn Gefahr besteht.
  • Rufe immer die Polizei über den Notruf: 110.
  • Hilf anderen, die Opfer geworden sind.

Das Anti-Gewalt-Projekt der AG36 Unschlagbar bietet Bera-tung und Information für Schwule, die überfallen, geschlagen oder erpresst worden sind. Per Telefon: montags 19–21 h unter 069/19446 bzw. per Mail: unschlagbar@ag36.de

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