„Im Wald da sind die Räuber“ haben wir als Kinder gelernt.
Hätten wir damals schon gewusst, was diese finsteren Gesellen im Dickicht
tatsächlich so alles treiben, hätte uns Mutter sicher eher neugierig als
ängstlich gemacht.
Gerade in der warmen Jahreszeit zieht es viele von uns ins
Freie. Ob heißer Sonnentag oder laue Sommernacht, ob dunkler Park, Baggersee
oder Autobahnparkplatz, bei der Suche nach Abenteuer sind Schwule vielerorts
anzutreffen - zielstrebig oder nur mal kurz auf dem Nachhauseweg.
Die schnelle Begegnung, die schummrige Atmosphäre, ein
kurzer Blick, ein wortloses Einverständnis und schon kann es losgehen. Nach wie
vor bietet beim Ficken das Kondom den einzigen sicheren Schutz vor einer
HIV-Infektion. Auch das Risiko, sich mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten
wie Syphilis oder Tripper zu infizieren, sinkt damit erheblich. Wichtig ist ein
fettfreies Gleitmittel, weil Fett Gummi porös macht. Beim Blasen gilt: Raus
bevor`s kommt.
Und um noch eine alte Floskel von Mutti zu gebrauchen: Müll
gehört nicht in die Natur, sondern in den Abfalleimer! Außerdem sollte man
nicht jede Bepflanzung zertrampeln.
Du befindest Dich beim Cruisen an einem öffentlichen Ort.
Nur weil Du etwas Rücksicht auf arglose Passanten nimmst, kommst Du nicht
weniger cool rüber. Also lass den Schwanz so lange in der Hose, bis Du Dich in
einem nicht so leicht einsehbaren Bereich aufhältst. Die „Erregung öffentlichen
Ärgernisses“ ist eine Straftat und im Zweifel nicht billig.
Du kannst beim Cruisen leider auch auf unwillkommene Cruiser
stoßen. Mit Gewalt gegen Schwule haben einige schon leidvolle Erfahrungen
gemacht. Hier ein paar Tipps:
- Schau Dir das Gelände und die Leute aufmerksam an.
- Tritt selbstbewusst auf und lass Dich nicht einschüchtern.
- Überrasche Angreifer durch Schreien und einen Tritt in die
Eier. Nutze die Schrecksekunde zur Flucht.
- Warne andere Schwule, wenn Gefahr besteht.
- Rufe immer die Polizei über den Notruf: 110.
- Hilf anderen, die Opfer geworden sind.
Das Anti-Gewalt-Projekt der AG36 Unschlagbar bietet
Bera-tung und Information für Schwule, die überfallen, geschlagen oder erpresst
worden sind. Per Telefon: montags 19–21 h unter 069/19446 bzw. per Mail: unschlagbar@ag36.de