Schutz vor unliebsamen Erlebnissen bei Dates über das
Internet bietet dir in erster Linie eine nötige Portion Vorsicht. Ob du beim
Chatten an ein passendes Gegenüber oder an einen Falschen geraten bist, lässt
sich mit einiger Erfahrung und Umsicht oftmals rechtzeitig erkennen. Du
solltest allerdings nicht unterschätzen, dass du dich letztlich mit einem
völlig unbekannten Menschen triffst.
Im Internet fehlen viele Merkmale, die du sonst automatisch
einbeziehst, wenn du jemandem begegnest. Du kannst dein Gegenüber nicht anhand
von Körpersprache, Tonfall, Blicken oder Gesten einschätzen. Im Chat
verabredete Treffen unterscheiden sich darin erheblich von Bekanntschaften, die
du zum Beispiel in einem Café, in einer Bar oder in der Disco machst – auch
wenn ihr auf das Gleiche, eben ein Date, aus seid.
Bei jedem Chatten solltest du dich daher stets von neuem
entscheiden, auf was du dich einlassen willst. Gerade wenn du jemanden zu dir
nach Hause einladen möchtest, wäre gut zu überlegen, ob es der schnelle Fick
wirklich wert ist, dass du Handy-Nummer und Adresse herausgibt. Schon der
geringste Zweifel an der Glaubwürdigkeit und jedes unsichere Gefühl gegenüber
seinem Chatpartner sollten genügen, von einem realen Treffen abzusehen und es
beim Chat zu belassen.
Ein gewisses Misstrauen ist auch beim Versenden von Bildern angebracht. „Schickst du mir ein
Pic von dir?“ ist eine Frage, die ab einem bestimmten Zeitpunkt unvermeidlich
ist. Im Grunde spricht nichts dagegen. Verschicke jedoch nur solche Bilder von
dir, die dir später nicht peinlich sein können. Du kannst dir nie sicher sein,
ob dieses Bild nicht vielleicht eines Tages weitergeschickt wird.
Wenn dein Chatpartner wegen deiner Vorsicht genervt reagiert
und versucht, dich zu etwas zu überreden, dann ist besondere Vorsicht
angebracht. Denn wenn jemand ernsthaft an dir interessiert ist und nur das
Beste für dich will, dann wird diese Person verstehen, dass du Zeit brauchst,
um Vertrauen zu fassen, und sie wird dich auf keinen Fall zu etwas drängen.
Also gönn dir das Selbstbewusstsein und tue nichts, was du nicht auch wirklich
möchtest.
Weitere Tipps und Hinweise:
- Online kannst du Bekanntschaften immer nur eingeschränkt
einschätzen.
- Wähle deine E-mail-Adresse so, dass keine Rückschlüsse auf
deine Person möglich sind und benutze diese Adresse bei Kontakten mit
Unbekannten. Sei vorsichtig mit der Herausgabe deiner Firmen-Emailadresse.
Viele Firmen überwachen die Korrespondenz ihrer Angestellten.
- Bedenke, welche und wie viele Informationen du über dich
online Unbekannten geben willst, mit denen du identifizierbar bist und
eventuell unter Druck gesetzt werden kannst.
- Gib im Chat-Raum niemals deine Adresse weiter.
- Fairplay gehört auch ins Internet, bei Pic-Tausch oder beim
Austausch von personenbezogenen Angaben. Bedenke jedoch, dass du diese Angaben
online nicht auf ihre Richtigkeit überprüfen kannst.
- Lass dir Zeit, wenn du jemanden kennen lernen willst; setze
dich nicht unter Druck und lass dich nicht unter Druck setzen; um so mehr
fallen dir eventuell Ungereimtheiten auf.
- Gehe nicht gleich zu einem dir noch unbekannten Menschen
nach Hause oder lade ihn nicht gleich zu dir nach Hause ein. Verabrede dich zu
deinem erste Date in einem sicheren Umfeld, z.B. in einem Café oder an einem
anderen Ort, wo du im günstigsten Fall auch bekannt bist.
- Lege dein erstes Date auf einen Nachmittag. Das macht die
Atmosphäre lockerer und es wird auch eher Kaffee als Alkohol getrunken.
Unterschätze die Wirkung von Alkohol nie. Es werden damit nicht nur Hemmungen
abgebaut, gewisse Menschen reagieren auch aggressiv, wenn sie zuviel Alkohol zu
sich nehmen.
- Lernst du jemanden kennen, so hast du ein Recht darauf zu
erfahren, wer dein Gegenüber ist. Auch du darfst nach Namen, Adresse und
Telefonnummer fragen. Überprüfe z.B. die Richtigkeit einer Telefonnummer.
- Will jemand seine Identität nicht preisgeben, so hast du ein
Recht darauf, vorsichtig zu sein. Ist dir die Situation nicht geheuer, so
unterbreche den Kontakt oder breche ihn ab.
- Nimm dir für das erste Date nicht zuviel vor und lasse dich
auf keinen Fall zu etwas drängen, was du nicht wirklich möchtest. Auch wenn du
dein Gegenüber total toll findest, kann es nicht schaden, noch einmal alles zu
überschlafen. Bist du am nächsten Tag immer noch so begeistert, steht einem
weiteren Treffen nichts im Wege.
- Egal wie das Treffen endet, sei ehrlich zu deinem Date. Wenn
du ihn nach dem ersten Treffen nicht mehr sehen willst, dann stehe dazu und
sage ihm das. Du musst das ja nicht gleich tun. Gehe nach Hause, schlafe eine
Nacht darüber und sage es ihm dann am nächsten Tag. Nett und freundlich, aber
offen, ehrlich und bestimmt.
- Tausche dich, vor allem bei ersten Erlebnisse und
Erfahrungen, mit Freunden aus. Wenn das nicht möglich ist, rufe schwule
Beratungsstellen an und spreche darüber. Gib Informationen und Daten, die du
gesammelt hast, an einen guten Freund oder eine gute Freundin weiter.
- Erzähle deinem Blind Date, dass du einem Freund oder einer
Freundin von der Verabredung erzählt hast.
- Hinweise auf Gewalttaten und Übergriffe sollten der Polizei
angezeigt werden.
- Wenn du aus irgendeinem Grund nicht zur Polizei gehen
möchtest, melde den Vorfall und Hinweis immer unserem Notfall-Telefon
„Unschlagbar“.
... und auch noch diese Tipps:
- Schicke kein Geld Personen, die du nicht persönlich sehr gut
kennst, vor allem nicht Personen, die du gerade kennen gelernt hast – vor allem
nicht für Fahrkarten.
- Sprich keine Einladungen aus, die mit einem Einreisevisum
verbunden sind.
- Setze dich nicht gleich in ein Flugzeug, um in einem fremden
Land dein Date zu treffen.
- Benutze immer Kondome.
Diese Tipps und Hinweise wurden zusammengestellt von MANEO,
dem schwulen Überfalltelefon Berlin – www.maneo.de
Wir danken für die freundliche Unterstützung.