Körperbemalungen und Körperschmuck haben in vielen Kulturen
Tradition und erleben heute eine Renaissance. Ihre Bedeutungen reichen vom
dekorativen Element über den Ausdruck von Individualität bis hin zum
Fetischobjekt.
Bevor man sich für ein Tattoo oder Piercing entscheidet,
sollte man bedenken, dass beide einen Eingriff in den Körper bedeuten. Zudem
trägt man ein Tattoo unter Umständen bis an sein Lebensende.
Piercen oder Tätowieren ist schmerzhaft, was individuell
sehr unterschiedlich empfunden wird. Die Körperstelle ist dabei auch
entscheidend. Wo die Haut dünn ist, ist der Schmerz natürlich stärker.
Menschen mit Diabetes, Infektionskrankheiten, Bluterkrankheit
sowie Thrombosebehandelte dürfen kein Tattoo oder Piercing durchführen lassen.
Bei Geschlechtskrankheiten darf kein Intimschmuck gesetzt werden.
Unsachgemäßes Arbeiten kann schwerwiegende Folgen wie eine
Infektion mit AIDS, Hepatitis B/C und Tetanus haben. Jahre später können noch
Tuberkulose und Syphilis auftreten. Dicke Vernarbungen und Hautentzündungen
sind möglich. Ohne die sorgfältige Reinigung und Pflege des neuen Tattoos
besteht das ständige Risiko für eine Wundinfektion. Der Kontakt mit fremden
Körperflüssigkeiten soll während des Heilungsprozesses unbedingt vermieden
werden.
Abstoßungsreaktionen des Körpers können auftreten. Bei einer
Überempfindlichkeit gegen einen Materialbestandteil (Farbstoff bzw.
Metalllegierung) kann es auch zu schweren allergischen Reaktionen kommen. Beim
Piercing sind Größe, Gewicht und Materialzusammensetzung für die
Verträglichkeit entscheidend.
Fazit: Wer sich tätowieren oder piercen lassen will, sollte
zu einem Fachmann gehen, der das Risiko abschätzen kann und einen
fachgerechten, sterilen Eingriff garantiert.
Der Prinz Albert
Die Kronjuwelen eines Piercingliebhabers sind zweifelsohne
sein Intimschmuck. Unterschiedliche Stecker und Ringe in vielerlei Positionen
sind hier möglich. Der namentlich be-kannteste ist sicherlich der Prinz Albert
(PA).
Einen Prinz Albert gab es tatsächlich: der Gemahl von Englands
Königin Viktoria, hat, um Smegmabildung zu verhindern, mit einem Ring die
Vorhaut zurückgehalten. Den Ring hat er am Hosenknopf befestigt. Heute dient so
ein Ring in erster Linie als Fetisch und Lustobjekt, wobei weniger die
tatsächliche körperliche Stimulation, als vielmehr der sinnlich-erotische
Aspekt des Körperschmuckes zum Tragen kommt.
Der PA ist ein Piercing das durch die Harnröhre eintritt und
am unteren Ende der Eichel oder tiefer hervorkommt. Von der Harnröhre aus wird
ein kleines Loch bis zur Unterseite des Penis gestochen. Die Heildauer beträgt
ca. 4-6 Wochen.
Der Ring muss genau angepasst werden, um zu verhindern, dass
der Träger z.B. irgendwo hängen bleibt und die Eichel eingerissen wird oder,
wenn er zu eng ist, Quetschungen entstehen. Durch Erektion, Masturbation und
Sex dehnt sich die Öffnung aus, was den Tragekomfort erhöht.
Zu dünne Ringe können sich irritierend anfühlen. Ab 4mm
Drahtstärke gilt der PA als angenehm. Stärken bis 1cm sind jedoch durchaus
üblich. Beim Schmuck hat man die Wahl zwischen verschiedene Ringversionen.
Empfehlenswert sind Ringe, die im Notfall unkompliziert herausgenommen werden
können.
Ist die Wunde noch nicht vollständig verheilt, können beim
Sex sehr leicht Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder HIV übertragen werden.
Beim Kondomgebrauch ist wichtig, dass der Schmuck intakt ist und keine scharfen
Kanten aufweist. Besondere Vorsicht ist beim Überstülpen geboten. Dickwandige
Kondome verringern das Risiko des Reißens deutlich.
Ein verheilter PA ist unproblematisch. Der Kanal ist mit
Schleimhaut bewachsen. Beim heftigen Spielen an einem PA-Piercing kann es aber
zu kleinen Rissen in Haut und Schleimhaut kommen. Der Speichel eines
infizierten Partners ist beim Blasen ungefährlich, Sperma stellt hier jedoch
ein Infektionsrisiko dar.
Beim Blasen eines Schwanzes mit PA sollte man sich erst vorsichtig
rantasten. Zu heftiges Blasen kann zu Verletzungen im Mund führen. Oft wird das
Metall beim Kontakt mit Amalgamplomben als unangenehm empfunden.