Gewalt gegen Schwule erstreckt sich über verbale Herabsetzungen und Beleidigungen bis hin zu physischen Übergriffen mit Todesfolge. Die wenigsten Straftaten werden der Polizei gemeldet. Forschung und Polizei gehen von einer 95%igen Dunkelziffer aus.
Zudem wissen viele von Gewalt betroffene Schwule nicht, von welchen Einrichtungen sie nötigenfalls Unterstützung und Hilfe erhalten können. Versuchen sie wiederum, Hilfe zu erhalten, verschleiern viele die schwulenfeindliche Motivation des Täters oder verfälschen den Tathergang, damit ihre sexuelle Identität unerkannt bleibt. Diesem Verhalten liegt die Befürchtung zugrunde, aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert zu werden. Ein wesentliches Hindernis ist jedoch, dass das Thema Gewalt in der schwulen Gemeinschaft selbst sehr stark tabuisiert ist. Negative Erfahrungen Einzelner können kollektive Ängste auslösen, da Schwule generell als Zielgruppe von Gewalt gelten.
Es fällt männlichen Opfern – auch schwule Männer sind hier keine Ausnahme – oft schwer, mit jemandem darüber zu reden, dass sie Opfer von Gewalt geworden sind. Folglich findet kaum eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema statt. Neben der individuellen Information und Beratung des einzelnen Betroffenen ist es das Ziel des Projektes, hier einzuwirken und das Tabu Gewalt zu überwinden.