AIDS-Memorial

AIDS-Memorial - Verletzte Liebe

Ort Des Gedenkens
Für Die In Frankfurt An AIDS
Verstorbenen Frauen Und Männer

Jeder Nagel Steht Für Den Tod Eines
An AIDS Verstorbenen Menschen In Frankfurt
Jeder Nagel Steht Auch Für Die Verletzungen
Die Sich Mit AIDS Verbinden

Das Memorial Ist Im Besonderen
Ein Ort Des Gedenkens
Für Menschen  Anderer Überzeugung,
Anderen Glaubens, Anderer Gesinnung
Und Anderer Lebensführung

Ein Selbstbewusster Ort

AIDS-Hilfe Frankfurt – ACT UP Frankfurt
Tom Fecht 1994

Hintergrund

Nach Fecht wird mit „Verletzte Liebe“ ein individuelles Gefühl in den Vordergrund gerückt, das rationale wie irrationale Elemente, Handlungen und Reaktionen einschließt. „Verletzte Liebe ist aber auch die Summe meiner persönlichen Erfahrungen in der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema“, schrieb er seinerzeit zur Begründung seines Entwurfes. In seinem Entwurf wählte Fecht bewusst eine offene Form, die berücksichtigte, dass die Zahl der AIDS-Toten jährlich wächst.
Das Memorial besteht aus den Elementen Schrift und Nägel. Der Schriftzug „Verletzte Liebe“ wurde in goldenen Lettern in die Sandsteinmauer des Kirchhofes eingelassen und wird an anderer Stelle nochmals mit der Widmung „a l’amour blesse 1994“ aufgenommen. Weiter wurden und werden für jeden in Frankfurt an AIDS verstorbenen Menschen Nägel in die Wand eingelassen. Die Nägel sind bewusst weder namentlich oder anderweitig gekennzeichnet. Nur ihre Position an den Wänden und ihr Schattenwurf sind individuell. Nach Fecht steht „jeder Nagel auch für den Tod der anonymen Opfer und Verletzungen, die sich mit jeder neuen Erkrankung verbinden: Einsamkeit, Diskriminierung, Angst, Verlust an Vertrauen, Verlust von Freunden. Neben ihrer symbolisch-inhaltlichen Funktion (die Nägel nehmen das religiöse Motiv der Kreuzigung auf, die Entehrung durch eine quälende Hinrichtung war immer auch das Todesurteil für Menschen anderer Überzeugung, anderen Glaubens, anderer Gesinnung und Lebensführung), haben die Nägel auch eine praktische Funktion, so z.B. bei Aktionen und Gedenkveranstaltungen zur Befestigung von persönlichen Erinnerungsstücken, Blumen, Transparenten usw. Das Memorial sollte ein belebter Ort sein.
Und er wurde es. Insbesondere alljährlich am Welt-AIDS-Tag, wenn der Trauermarsch durch die Frankfurter Innenstadt am Memorial endet und dort die Namen der Toten des vergangenen Jahres vorgelesen werden um nachfolgend symbolisch drei weitere Nägel in die Mauer zu schlagen. Die Mauer, und damit das Gedenken an die Toten, leben an diesem Abend durch unzählige rote Rosen und die mitgeführten Fackeln zusätzlich auf.  Während des Jahres vereint das Memorial so viel Leben in sich und gibt es nach außen ab, wie wir alle es wollen und entfalten.

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