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Die Liebe höret nimmer auf

Gemeinschaftsgrabstätte für an AIDS Verstorbene der Öffentlichkeit übergeben

<Frankfurt am Main, den 12.06.2008> – Am 12.6.2008 um 16.00 Uhr fand in der Trauerhalle des Frankfurter Hauptfriedhofes die Eröffnungsfeierlichkeit für die Gemeinschaftsgrabstätte der AIDS-Hilfe Frankfurt statt.

„Die Trauer braucht einen Ort, die Idee der Gemeinschaftsgrabstätte entspricht der Lebenswirklichkeit vieler Menschen“. Mit diesen Worten begrüßte Frankfurts Bürgermeisterin Jutta Ebeling die offizielle Eröffnung einer Gemeinschaftsgrabstätte für Menschen mit HIV und AIDS auf dem Frankfurter Hauptfriedhof. Die denkmalgeschützte Grabstätte wurde von der AIDS-Hilfe Frankfurt in einer Patenschaft übernommen und vom Aschaffenburger Bildhauer Helmut Hirte neu gestaltet. Mit einer kurzen Feier in der Trauerhalle des Hauptfriedhofes wurde sie jetzt der Öffent-lichkeit übergeben.

„Eine Gemeinschaftsgrabstätte, die offen sein sollte für die verschiede-nen Lebensweisen, die weder sexuelles Gewordensein, noch ethnische Herkunft oder religiöse Unterschiede verleugnet oder diskriminiert und trotzdem eine Form der individuellen, würdevollen letzten Ruhestätte garantiert“. So umschrieb Christian Setzepfandt, Vorstandsmitglied der AIDS-Hilfe, während der Zeremonie das Ziel, das seine Organisation mit der Errichtung der Grabstätte verfolgt.

Viele Verstorbene hätten zuvor, ganz mit ihrer Krankheit und ihrer Bewäl-tigung beschäftigt, keine Vorsorge für Fall ihres Sterbens getroffen, als Homosexuelle und damit Randständige der Gesellschaft nicht auf die Hilfe und Unterstützung ihrer Familien rechnen können. Es sei nicht sel-ten vorgekommen, dass die Beerdigung dann aus Kostengründen nicht am Lebensmittelpunkt des Verstorbenen stattfand, sondern etwa in den neuen Bundesländern, wo kostengünstige Bestattungen angeboten wer-den. Freunde, Lebens- und Liebespartner fänden dadurch keinen er-reichbaren Ort, um der verstorbenen Person zu gedenken. Mit der Über-nahme der Patenschaft habe die AIDS-Hilfe hier Abhilfe schaffen wollen.

Bei dem von Helmut Hirte zur Gemeinschaftsruhestätte umgestalteten Grab handelt es sich um eine 1929 errichtete Grabstätte, die auf einem Hügel im alten Teil des Frankfurter Hauptfriedhofes liegt. Sie ist in seiner noch vorhandenen Substanz ein bedeutendes Beispiel der in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre erstellten Grabmale im Bauhaus-Stil und bie-tet Raum für hundert Urnen. Helmut Hirte sagte zu seinem gestalteri-schen Konzept: „Immer wieder müssen Hinterbliebene feststellen, dass der vorhandene Platz bei normalen Urnenschriftplatten wenig Raum für Persönliches bietet. Ich habe deshalb eine Namensskulptur aus Stahl und Stein geschaffen, die 100 Würfel enthält, für jeden Verstorbenen einen eigenen. Die Würfel sind drehbar und auf vier Seiten gestaltbar. Auch bei einhundert Verstorbenen bleibt damit Individualität gewahrt“.

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