ING-Diba fördert Schulprojekt der AIDS-Hilfe Frankfurt
Auf der einen Seite die Direktbank ING-Diba mit ihrem sozialen Förderprogramm „We care“, auf der anderen die AIDS-Hilfe Frankfurt mit ihrem Engagement für Menschen mit HIV und AIDS bei chronisch knapper Kasse. Fehlte nur noch ein Brückenbauer, damit der potentielle Spender und der auf finanzielle Unterstützung Angewiesene zueinanderfinden konnten. Dieser „Pontifex“ heißt Benjamin Rützel (21), ist Angestellter von Deutschlands größter Direktbank und zugleich engagierter Ehrenamtlicher bei der AIDS-Hilfe Frankfurt. Rützel schlug vor, deren Projekt „Aufklärung macht Schule“ in das Förderprogramm des Bankhauses aufzunehmen.
Mit der vor drei Jahren gestarteten Aktion „We care“ belohnt die ING-DiBa das soziale Engagement ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jeweils 1.000 Euro gibt es für den Verein, in dem die Angestellten ehrenamtlich tätig sind. Vor ein paar Tagen erfuhr die AIDS-Hilfe Frankfurt nun, dass sie zu den 340 Organisationen gehört, die von der ING-Diba mit diesem Betrag unterstützt werden. Während der AIDS-Präventionstage im Frankfurter Nordwestzentrum konnte Benjamin Rützel persönlich den Scheck an Thorsten Berschuk, den für AIDS-Prävention in Schulen zuständige Mitarbeiter der AIDS-Hilfe Frankfurt, überreichen. Die Brücke war gebaut. Engagement, das Schule machen könnte.
„Es war für mich nicht einfach, ein Projekt unter den vielen Angeboten der AIDS-Hilfe auszuwählen, da sie momentan in allen Bereichen finanziell unterversorgt ist“, erklärte der Insider Rützel. „Aber da das Projekt ‚Aufklärung macht Schule’ keinerlei Förderung von der Stadt oder dem Land erhält, habe ich mich dafür entschieden“ (siehe untenstehendes Interview). Mit dieser Kampagne will die AIDS-Hilfe Frankfurt verstärkt dem Unwissen oder Halbwissen unter Jugendlichen entgegentreten, und zwar dort, wo sie anzutreffen sind, in Schulen und in Jugendzentren. Dafür hat sie ein Schul- und Präventionsheft entwickelt, das zum einen Informationen über HIV und AIDS bietet, gleichzeitig aber auch als Schreibheft im Schulalltag genutzt werden kann. Überdies werden Workshops angeboten, in denen die jungen Menschen sich dem Thema AIDS über künstlerische Medien wie Film, Musik, Theater kreativ nähern können.

Benjamin Rützel (r.) überreicht den von der ING-Diba ausgestellten Scheck über 1.000 Euro an AIDS-Hilfe-Präventionist, Thorsten Berschuck (l.) Prominenter Vermittler ist der hr-Moderator Tom Frühling. Ort des Geschehens: das belebte Nordwestzentrum Frankfurt während der AIDS-Präventionstage.
Interview mit Benjamin Rützel, ING-Diba Frankfurt
Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass die AIDS-Hilfe Frankfurt durch Ihren Arbeitgeber, die Direkt¬bank ING-Diba, im Rahmen ihres Förderprogramms „We care“ mit 1.000 Euro unterstützt wurde. Was hat Sie bewegt, die AIDS-Hilfe Frankfurt vorzu¬schlagen?
Bei der Diba wird diese Aktion offensiv im Intranet und mit Plakaten vorgestellt, so dass man sie als Mitarbeiter gar nicht übersehen kann. Da ich gerne bei der AIDS-Hilfe mithelfe und auch hinter dem stehe, was sie tut, war es für mich keine Frage, in unserem Unternehmen auf sie aufmerksam zu machen.
Sie arbeiten ehrenamtlich bei der AIDS-Hilfe mit? Was tun sie dort und welche Motivation treibt sie an?
Momentan helfe ich bei Sonderaktionen wie dem Weltaidstag oder dem CSD. Außerdem bin ich Konzerthelfer. Meine Motivation ist, dass Aids nicht vergessen und verdrängt werden sollte. Der Virus ist allgegenwärtig, und daran sollte man die Leute erinnern. Es ist wichtig Prävention, zu betreiben und vor allem auch, Betroffenen Hilfe anbieten zu können.
Anlässlich der Scheckübergabe haben Sie die AIDS-Präventions¬tage im NORDWESTZENTRUM miterlebt, die die AIDS-Hilfe Frankfurt zusammen mit dem Stadtgesundheitsamt und der Aids-Aufklärung e.V. veranstaltet. Wie sehen Sie die Aufklärungsarbeit der AIDS-Hilfe mit Schülern, die ja durch die Spende unterstützt wurde?
Ich kannte bis jetzt nur das Aidsmobil der Stadt Frankfurt und ich denke, dass dies nicht ausreicht, um bei allen Schülern und Schulen anzu¬kommen. Durch die Präventionstage wurde einfach ein Ort geschaffen, an dem mehrere Klassen aus diversen Schulen kommen konnten, ohne dass jedes Mal ein separater Termin gefunden werden musste. Prävention kann nie früh genug anfangen, also ist die Schule genau der richtige Ort. Die Schüler freuen sich über Abwechslung vom "normalen" Unterricht und können viel für sich mitnehmen.
Welche Arbeitsfelder der AIDS-Hilfe sehen Sie als besonders wichtig und unterstützenswert an?
Es war für mich nicht einfach, ein Projekt unter den vielen Angeboten der AIDS-Hilfe auszuwählen, da sie momentan in allen Bereichen finanziell unterversorgt ist. Aber da das Projekt „Aufklärung macht Schule“ keinerlei Förderung von der Stadt oder dem Land erhält, habe ich mich dafür entschieden.
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