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AIDS-Hilfe
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60316 Frankfurt
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Krankheits-ABC
Candida-Mykose (Hefepilzerkrankungen) Andere Bezeichnungen: Candidiasis, Soor.
Infektion mit Pilzen (meist dem Hefepilz Candida albicans); als Infektion von Vulva und Vagina häufigste Pilzinfektion des Anogenitalbereichs. Vorkommen vor allem bei Frauen (Ausbreitung des natürlicherweise vorhandenen Pilzes bei Schädigung von Schleimhäuten, Immunschwäche, Hormonbehandlung), Übertragung durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Bei Frauen Rötung und Schwellung des äußeren Genitalbereichs, starker Juckreiz, abwischbare weißliche Beläge, Scheidenbrennen und -jucken, Ausfluss; bei Männern Rötung und Entzündung von Vorhaut und Eichel, eventuell abwischbare weißliche Beläge. Behandlung medikamentös.
Chlamydien Infektion mit Bakterien, die durch direkten Schleimhautkontakt (z.B. bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr) übertragen werden. Je nach Untergruppe verschiedene Erkrankungen, z.B. (häufig) nichtgonorrhoische Urethritis (Harnröhrenentzündung), außerdem u.a. Zervizitis, Eileiterentzündung oder Nebenhodenentzündung; Infektionen des Darms sind möglich; seltener Lymphogranuloma inguinale. Behandlung medikamentös. Prävention: Verwendung von Kondomen und Safer Sex.
Darmparasiten (z.B. Amöben/Lamblia intestinalis) Amöben und der Parasit Lamblia intestinalis werden v.a. durch kontaminiertes Wasser, seltener durch Analverkehr oder Fäkalien übertragen. Als Krankheitszeichen können Verstopfung und Durchfall sowie krampfartige Bauchschmerzen auftreten, häufig verläuft eine Infektion aber auch beschwerdefrei. Behandlung: medikamentös. Prävention: Verwendung von Kondomen, Latexhandschuhen bzw. -folien bei Kontakt mit Darmausscheidungen. Dildos und Sexspielzeuge sollten nur bei einer Person benutzt und vor Weitergabe an andere lange und gründlich gereinigt werden.
Feigwarzen (Kondylome) Andere Bezeichnungen: Genitalwarzen/Condylomata acuminata/spitze Kondylome
Ursache ist eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) Typ 6 und 11, durch Geschlechtsverkehr (vaginal, anal, oral), Kontaktinfektion (z.B. Küssen, Petting) oder Mutter-Kind-Übertragung möglich. Nach Wochen bis Monaten (selten Jahren) bilden sich zunächst punktförmige Knötchen, später blumenkohlartige Wucherungen an Vulva und Vagina bzw. Vorhaut, Eichel oder in der Anal- bzw. Oralregion; bei längerem Bestehen oder Immunschwäche können sie sehr groß werden; invasives Wachstum, Fistelbildung und Entstehung bösartiger Tumoren sind möglich. Behandlung je nach Lokalisation und Ausmaß entweder medikamentös oder chirurgische Entfernung. Prävention: die Verwendung von Kondomen verringert das Infektionsrisiko nur eingeschränkt.
Filzläuse Andere Bezeichnungen: Phthiriasis, Pedikulose
Infektion mit der sog. Scham- oder Filzlaus. Übertragung durch engen körperlichen Kontakt und Sexualkontakte, selten durch Kontakt mit kontaminierten Gegenständen. Bei Erstinfektion (mäßiger) Juckreiz, bei erneuten Infektionen sehr ausgeprägter Juckreiz; deutlich erkennbare Läuse und Eier (Nissen), v.a. im wurzelnahen Bereich der Haare; bei Schamlausbefall gerötete bis tiefblaue Einstichstellen, v.a. im Bereich der Schambehaarung. Behandlung durch sog. Entlausung mit Aufsprühen oder Auftragen eines Anti-Läusemittels, eventuell Haarentfernung (vollständige Rasur); Desinfektion von Kleidungsstücken und Wäsche. Prävention: Die einzige Möglichkeit, einen Schamlausbefall zu verhindern, besteht in der Vermeidung von engen Körperkontakten.
Herpes genitalis Ursache: Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV 2). Übertragung durch Kontakt- oder Tröpfcheninfektion. Nach 2-12 Tagen bis wenigen Wochen schmerzhafte Haut- bzw. Schleimhautveränderungen v.a. an Penis, Vulva und Vagina, Gebärmutterhals, Analbereich oder Darm; Juckreiz, Hautrötung, und Bildung von Bläschen, die sich schließlich öffnen; eventuell Fieber, Lymphknotenschwellung. Als Komplikation kann ein Befall größerer Hautareale oder innerer Organe auftreten; häufig Rückfälle. Behandlung je nach Ausmaß eventuell medikamentös mit Virostatika. Prävention: Kondome und Vermeidung von Kontakt mit infektiöser Bläschenflüssigkeit.
Krätze (Skabies) Ursache: Infektion mit Krätzmilben (Sarcoptes scabiei). Übertragung v.a. durch Kontaktinfektion von Mensch zu Mensch. Es kommt zu starkem Juckreiz und Hautausschlag mit Knötchen und Krusten. Behandlung durch Einreiben des Körpers mit medikamentösen bzw. chemischen Lösungen; Kleidungs- und Bettwäschewechsel. Vorbeugung: Vermeidung von engen Körperkontakten; eine gesunde und gepflegte Haut verringert das Infektionsrisiko.
Syphilis (Lues) Ursache: Infektion mit dem Bakterium Treponema pallidum. Übertragung vor allem durch Kontakt mit den bei einer Erkrankung ausgebildeten Geschwüren möglich (Kontaktinfektion), z.B. bei Geschlechtsverkehr, aber auch Streicheln, ferner durch direkten Blutkontakt, Mutter-Kind-Übertragung. Vielfältiger klinischer Verlauf mit unterschiedlich ausgeprägten Krankheitszeichen möglich. Nach 2-3 Wochen Auftreten eines kleinen, rundlich-ovalen, rötlichen Flecks an der Eintrittsstelle (Penis, Anorektalbereich, Hand u.a.), der sich zu einem schmerzlosen Geschwür verhärtet. Nach ca. 3-5 Wochen Entzündung von Lymphbahnen und Lymphknoten mit Lymphknotenvergrößerungen, nach 8-12 Wochen Abheilung des Geschwürs und Übergang in ein Stadium mit allgemeinen Krankheitszeichen: Nervenschmerzen, Muskel-, Gelenk- und Knochenschmerzen und Haut- und Schleimhautveränderungen, Entzündungen innerer Organe u.a. Etwa 3-5 Jahre nach Infektion Auftreten von Hautgeschwüren, Schleimhautschwellungen und Schäden an Blutgefäßen und inneren Organen, später Beteiligung von Gehirn, Rückenmark und Nervensystem. Die Behandlung sollte zur Vermeidung von Spätschäden so rasch wie möglich erfolgen und ist mit Antibiotika möglich. Prävention: Kondome verringern das Risiko beim Geschlechtsverkehr; beim Fisten Latexhandschuhe verwenden.
Trichomoniasis Ursache: Infektion mit dem Parasiten Trichomonas vaginalis. Übertragung durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder Schmierinfektionen (z.B. Dildos). Bei Männern häufig symptomfrei bzw. eventuell Blasenentzündung, Harnröhrenentzündung oder Prostatitis; bei Frauen v.a. Scheidenentzündung mit eitrigem, schaumigem, übelriechendem Ausfluss und quälendem Juckreiz. Behandlung medikamentös. Prävention: Kondome und Safer Sex. Handtücher, Dildos und Sexspielzeuge sollten nur bei einer Person benutzt bzw. vor Weitergabe an andere lange und gründlich gereinigt werden.
Tripper (Gonorrhoe) Ursache: Infektion mit dem Bakterium Neisseria gonorrhoeae (sog. Gonokokken). Übertragung durch Geschlechtsverkehr (vaginal, anal, oral), selten Schmierinfektion, Mutter-Kind-Übertragung während der Geburt. Als Beschwerden treten bei Männern in ca. 70% nach 2-7 Tagen eine Harnröhrenentzündung mit Schmerzen beim Wasserlassen, eitrigem Harnröhrenausfluss und Rötung der Eichel auf; bei Frauen in ca. 60% symptomarmer Verlauf, aber Entzündung von Muttermund und Harnröhre mit Ausfluss und Brennen beim Wasserlassen. Komplizierte Verlaufsformen mit ausgebreiteten Infektionen sind möglich. Behandlung medikamentös mit Antibiotika. Prävention: Verringerung des Infektionsrisikos durch Kondome und Safer Sex, bei Orogenitalkontakten Verwendung von Latexfolien (Dental Dam). Dildos und Sexspielzeuge sollten nur bei einer Person benutzt und vor Weitergabe an andere lange und gründlich gereinigt werden.
(Quelle: Internetseite der Deutschen AIDS-Hilfe, Stand: 20.06.2005)
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