Homosexuelle als Opfer des Nationalsozialismus

7. Januar 2018 Ein Gedenkgottesdienst in der Dreikönigskirche

© eLHiT
© eLHiT

Am Sonntag, dem 28. Januar, findet um 10 Uhr in der Dreikönigskirche in Sachsenhausen ein Gottesdienst statt, der dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gewidmet ist. In diesem Jahr wird besonders an die verfolgten homosexuellen Menschen gedacht.

Anlass ist der bundesweite Holocaust-Gedenktag: Am 27. Januar 1945 hatte die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Die Predigt hält Stefan Majer, Dezernent für Personal und Gesundheit der Stadt Frankfurt und Vorstandsmitglied des Evangelischen Stadtdekanats. Die Gemeinde gedenkt der weitaus größten Opfergruppe der Jüdinnen und Juden. In diesem Jahr erinnert sie besonders an die verfolgten homosexuellen Menschen.

Schätzungen zufolge waren es 10.000 bis 15.000 Männer, die in die Konzentrationslager verschleppt und durch einen angesteckten „Rosa Winkel“ als schwul gekennzeichnet worden waren. „Umerziehung durch Schwerstarbeit“, Isolationshaft, medizinische Experimente und Kastration sahen die Nazis für diese Opfergruppe im Besonderen vor.

Über die Hälfte von ihnen wurde ermordet.

Schwule galten als Staatsfeinde, weil sie nach der nationalsozialistischen Ideologie Zeugungskraft vergeudeten. Nur Männern galt der Paragraf 175, der Homosexualität zum Verbrechen machte. Überlegungen, die weibliche Homosexualität ebenfalls unter Strafe zu stellen, setzten sich 1934 nicht durch, aber Angst und Unterdrückung betrafen auch lesbische Frauen.

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden werden diesen Erinnerungsgottesdienst mitgestalten. Weitere Informationen zu den Erinnerungsprojekten der Dreikönigsgemeinde sind auf deren Homepage einsehbar.