Folge 12: Safehouse La Villa

La Villa
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Seit der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 wurde deutlich, dass sich unter den geflüchteten Personen immer wieder homo-, bi- und transidente Menschen befinden, die auf Grund der Verfolgung wegen ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität in ihren Heimatländern zu uns gekommen sind. Leider mussten sie erleben, dass sie auch in den deutschen Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften von Mitgeflüchteten oft offener Diskriminierung und Ausgrenzung bis hin zu gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt sind.

Dieser Zustand war unhaltbar. Daher hat die AHF (AIDS-Hilfe Frankfurt) früh gefordert, dass es für diese speziellen Zielgruppen einen besonderen Schutzstatus und entsprechende Schutzräume geben muss, um sie vor weiterer Diskriminierung zu bewahren und ihnen eine Perspektive in unserer freiheitlichen Gesellschaft zu eröffnen.

Bereits Ende 2015 ermöglichte die AHF den Rainbow Refugees – einer Ehrenamtsgruppe, die sich für die Belange von LSBTIQ+-Geflüchteten einsetzt – die kostenfreie Raumnutzung für einen wöchentlichen Treffpunkt für Geflüchtete im Switchboard. Dort wurden die Nöte der Geflüchteten durch die große Nachfrage nach Unterstützung und Hilfe noch sichtbarer. Es wurde deutlich, dass ein adäquates Angebot in Form eines Schutzraumes dringend geschaffen werden musste und die Idee für eine Gemeinschaftsunterkunft für queere Geflüchtete wurde geboren.

Die AHF hatte ebenfalls Anfang 2017 das Konzept für ein „Safe House“ erstellt und vorgestellt.  Anfang April 2018 konnte, dank pragmatischer und unkonventioneller Unterstützung durch das Sozialdezernat der Stadt  Frankfurt, das Vorhaben umgesetzt und die Gemeinschaftsunterkunft für  20 Menschen eröffnet werden. Von den Bewohner*innen selbst gewählt, trägt das Safe House seit Mai 2019 den Namen La Villa.

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