Safe House für queere Geflüchtete "La Villa" zieht in neue Räumlichkeiten

© Alexandra - stock.adobe.com
© Alexandra - stock.adobe.com

Im Dezember 2021 ist das Safe House für queere Geflüchtete der AHF "La Villa" in ein grösseres Gebäude nahe der Innenstadt umgezogen. Hier leben derzeit 28 Geflüchtete statt bisher 21.

Unter ihnen sind auch drei obdachlose Jugendliche aus Hessen, die nach ihrem Coming-out von den Eltern auf die Strasse gesetzt wurden beziehungsweise auf der Strasse lebten, weil die Spannungen zu Hause unerträglich wurden.

In dem ehemaligen Hotel wohnen die Bewohner*innen in Einzelzimmern, gerade traumatisierte Menschen haben so ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. Auch für das neue Gebäude gibt es schon eine Warteliste, sagt Herbert Drexler von der AIDS Hilfe Frankfurt. «Es gibt viele, die darauf warten, dass wieder jemand auszieht und ein Zimmer frei wird.»

Das Haus steht für eine sichere Zuflucht – und für das Ende eines Versteckspiels, das häufig nicht nach der Flucht endete.

Die Frankfurter Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne) ist überzeugt: Ein sicherer Ort, wo die Menschen zur Ruhe kommen und sich in Deutschland orientieren könnten, sei wichtig. Dies gelte gerade für Menschen, die nicht nur durch Krieg und Konflikte traumatisiert sind, sondern wegen ihrer sexuellen Identität zusätzlichen Repressionen ausgesetzt sind: Drei Viertel aller Menschen, die in Deutschland Asyl suchten, kämen aus Ländern, in denen Homosexualität unter Strafe stehe.


Für Sozialminister Kai Klose ist das Safe House in Frankfurt über Hessen hinaus ein «Highlight» für queere Geflüchtete. «Es gibt nur wenige Bundesländer, die über vergleichsweise Angebote verfügen», betonte er auf der Frankfurter Fachtagung. Da habe Hessen durchaus Vorbildfunktion.