AHF solidarisiert sich mit Familie Akkermann: „Für uns ist es selbstverständlich, dass Paula zwei Mamas hat“

Gericht Hammer
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Aktuell liegt dem Bundeverfassungsgericht unter dem Aktenzeichen 3 UF 1122/20 eine Klage vor, in der die miteinander verheirateten, lesbischen Frauen der Familie Akkermann gegen das nicht aktuell an das Recht angepasste Abstammungsgesetzt klagen: Bei lesbischen Elternpaaren können nach wie vor nicht automatisch beide Mütter in die Geburtsurkunde ihres Kindes als Eltern eingetragen werden. Dies hat weitreichende Folgen, denn es ist nicht mit dem aktuellen Ehe-Gesetz vereinbar, nach dem Hetero- und Homosexuellen-Paare heiraten dürfen, aber nur in Hetero-Ehen der Mann automatisch auch rechtlich als der Vater angesehen wird – auch ohne Vaterschaftstest.

Diese Haltung offeriert, dass der Gesetzgeber bei heterosexuellen Paaren nicht anzweifelt, dass der Mann auch der Erzeuger des Kindes und damit auch der Vater ist – in einer homosexuellen Ehe muss sich im oben genannten Beispiel die nicht gebährende Frau um eine Adoption bemühen.

Pola Klobucki, Beraterin im maincheck der AHF (AIDS-Hilfe Frankfurt), bietet eine Beratung für LSBTIQ+-Menschen mit Kinderwunsch an und hat dazu eine klare Meinung: „Die aktuelle Gesetzeslage spiegelt keine Gleichberechtigung in punkto Elternsein wieder. Sonst soll für homosexuelle Ehen das gleiche Ehe-Recht wie für heterosexuelle gelten, aber in diesem Bereich nicht? Das ist ungerecht und nicht haltbar. In der Kampagne zur „Ehe für alle“ hieß es damals, dass nun auch homosexuelle Ehepartner*innen vor dem Recht gleich sind. Anscheinend teilt der Gesetzgeber bisher in diesem Punkt nicht diese Ansicht und versäumte, die Paragraphen anzupassen.“

Der maincheck und damit die AHF fordern die rechtliche Gleichstellung und Korrektur des Ehegesetzes als Grundvoraussetzung für die Umsetzung des Artikel 3.1. GG „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“. 

„Wir seitens des mainchecks und der AHF solidarisieren uns mit Familie Akkermann. Denn für uns ist es selbstverständlich, dass deren Tochter Paula zwei Mamas hat (#paulahatzweimamas)“, schließt Klobucki.

Am Samstag, 10.04.2021, ist Pola Klobucki auch im Podcast unserer Love Rebels zu hören und wird ebenfalls über die Adoptionsmöglichkeiten von LSBTIQ+ sprechen. Die Links zu den einzelnen Podcast-Plattformen finden sich auf unserer Seite bei den Love Rebels.