Haltung. Veranstaltung in der Paulskirche

Donnerstag, 1. Dezember 2016, 18.00 Uhr
Frankfurter Paulskirche, Paulsplatz 11, 60311 Frankfurt
Eintritt frei

Illustration von Ralf König zum diesjährigen Welt-AIDS-Tag

Illustration: Ralf König

Die westlichen Demokratien sind gegenwärtig von einer massiven Welle gesellschaftlicher Schließung erfasst. Populisten rechter Couleur erreichen bei Wahlen hohe Zustimmungswerte. Bestimmte Gruppen vermögen es, ihre feindliche Haltung gegenüber gesellschaftlichen Minderheiten immer lautstärker vorzutragen und Debatten zu prägen. Das erschwert die präventive Arbeit der AIDS-Hilfen. Sie sind auf den Schutz der Hauptbetroffengruppen von HIV/AIDS angewiesen, um die Ausbreitung von HIV-Infektionen zu vermeiden.

Bei ihrer diesjährigen Veranstaltung zum Welt-AIDS-Tag in der Frankfurter Paulskirche wird die AIDS-Hilfe Frankfurt daher die notwendige Antwort auf den Rechtspopulismus formulieren. Die Kräfte, die sich für eine offene Gesellschaft engagieren, müssen nun Haltung wahren. Es gibt keinen Grund, nur einen Deut davon abzuweichen, Anerkennung und Respekt für alle Menschen unabhängig ihrer Herkunft, ihrer Form des Lebens und Liebens zu fordern.

Zugleich muss die Politik jenen Menschen überzeugender antworten, die sich durch die ökonomischen Zumutungen der Globalisierung in ihrem Selbstwert bedroht sehen. Die Privatisierung aller Lebenszusammenhänge ist gescheitert. Es bedarf der Renaissance einer aktiven, auch auf Umverteilung setzenden Sozialpolitik. Halt erfahren, Identität, ist eine Notwendigkeit. Wie kann es gelingen, die Offenheit der Gesellschaft zu verteidigen und zugleich denjenigen Menschen Halt zu bieten, die in einer unübersichtlichen, manchmal verängstigenden Welt und in ökonomisch prekären Lagen leben? Zwischen Stärkung des sozialen Ausgleichs einerseits, weiterer kultureller Öffnung der Gesellschaft in Bezug auf die in ihr vorhandenen Lebensformen andererseits könnten auch Sollbruchstellen liegen, die wir offen diskutieren möchten.

In Zeiten einer großen Unübersichtlichkeit verweist Halt auch auf die soziale Arbeit als Ehrenamt. Solidarisches Miteinander ist eine Antwort im Privaten, die als Schutz gegen die Zumutungen durch Globalisierung und gesellschaftliche Schließung politische Bedeutung gewinnt. Die Konzentration auf private Formen des Halt-gebens in ihrem Spannungsverhältnis zur nötigen politischen Aktion war für AIDS-Hilfen als Selbsthilfeorganisationen stets von Bedeutung.

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Diese Veranstaltung wird durch die finanzielle Förderung des Ministeriums für Soziales und Integration des Landes Hessen ermöglicht.

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