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Werkstattberichte II: Architekturgeschichte privat im Nationalsozialismus
Café Karussell
Alte Gasse 36
60313 Frankfurt am Main, 60313
Deutschland
Wolfgang Voigt, ehemaliger stellvertretenden Direktor des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt, berichtet uns über den aus jüdischer Familie stammenden Architekten Karl-Erich Loebell (1905-1993), der 1925 als Student an die Architekturabteilung der Technischen Hochschule in Stuttgart kam. Schon bald ist er der Meisterschüler und Assistent des charismatischen Architekturlehrers Paul Schmitthenner (1884-1972), in den er sich auch platonisch verliebt. Zudem wird er der Liebhaber von dessen Sohn Martin Schmitthenner (1911-1940), Nazi-Gegner und Aussteiger im permanenten Konflikt mit dem Vater. Loebell wird als Mitglied in die Familie aufgenommen, aber schon bald komplizieren sich die Verhältnisse. Denn der Übervater Paul Schmitthenner schließt sich den Nationalsozialisten an. Loebell muss wegen seiner jüdischen Herkunft 1933 die Hochschule verlassen. 1944 folgt die Deportation zur Zwangsarbeit nach Frankreich, aus der Loebell aber fliehen kann und im Versteck überlebt. Für Wolfgang Voigt, den ehemaligen stellvertretenden Direktor des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt, begann die Recherche im Frühjahr 1984, als ihm in der Schmitthenner-Familie von Claus Graf von Stauffenberg und dessen Brüdern berichtet wurde, die in Schmitthenners Haus verkehrten und ihren Mitschüler Martin Schmitthenner in ihren Stefan-George-Zirkel aufnahmen. Über diese hochspannende Dreiecksgeschichte und ihre politischen und literarischen Implikationen hat Voigt ein Buch verfasst, das 2027 erscheinen wird.
Wie immer öffnet unser Gastgeber Peter gegen 14:30 Uhr die Tore des SWITCHBOARD und serviert selbstgebackenen Kuchen und Getränke.
Der inhaltliche Teil des Nachmittags beginnt jeweils gegen 15 Uhr.
Das „Café Karussell“ ist ein Kooperationsprojekt von AHF, Frankfurter Verband und der Gruppe 40plus.
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