-
Mit Männlichkeit meine ich nicht Macht
Café Karussell
Alte Gasse 36
60313 Frankfurt am Main, 60313
Deutschland
Eigentlich ist es eine Unmöglichkeit, das Leben von Elija Tourkazi zu erzählen, weil viele Grundannahmen, die wir beim biografischen Erzählen normalerweise machen, hier nicht passen: Identität von biologischem Geschlecht und Geschlechtsidentität; die Annahme, dass Biografien von weißen Mittelstandskindern ähnlich verlaufen wie die von People of Colour; und dass nach einem ersten Coming-out als Lesbe eine Weiterentwicklung zu einem Trans-Mann ziemlich unwahrscheinlich erscheint. Elija wird 1964 in dörflicher Umgebung als uneheliches Kind eines puertoricanischen US-Soldaten mit indigenen und einer weißen deutschen Mutter mit baltischen Wurzeln geboren. Wegen dieser damals als skandalös angesehenen Beziehung wird ihr die Ausbildung zur Krankenschwester gekündigt. Die deutschen Behörden nehmen ihr daraufhin auch noch das kleine Mädchen weg, weil sie annehmen, die junge Mutter könne das Kind nicht angemessen versorgen, und geben es in ein Heim. Das Kind verweigert eine normale Kommunikation, gilt als schwierig und renitent. Mit 12 Jahren trägt Elija zum letzten Mal Mädchenkleider. Sie kommt erneut in ein Heim. Ende der 1970er Jahre lernt Elija in einer therapeutischen Wohngemeinschaft durch Pädagogen der früheren "Heimkampagne" der APO linksradikale Politik kennen, verweigert sich aber der damals von vielen RAF-Sympathisant*innen propagierten Gewaltbereitschaft. In den 1980er Jahren macht Elija dann eigene politische Erfahrungen sowohl bei den Besetzer*innen des Hüttendorfes gegen die Startbahn West als auch bei den ersten bundesweiten Berliner Lesbenwochen. Rassismus, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit erfährt Elija schon früh, als Kind und Jugendliche und gründet 1986 mit anderen Schwarzen Lesben/Frauen ADEFRA Schwarze Frauen in Deutschland. Diese Themen bestimmen Elijas Leben bis heute. Im Gespräch mit Michael Holy wird Elija Einblicke in sein nicht immer gradliniges Leben geben.
Wie immer wird Peter gegen 14:30 Uhr das Switchboard für die Gäste öffnen und seinen tollen selbstgebackenen Kuchen anbieten.
Das "Cafe Karussell" ist ein Kooperationsprojekt von AHF, Frankfurter Verband und der Gruppe 40plus.
Teilen auf